8. November 2021

Was kostet eine private Kranken­versicherung im Referendariat?

Als ange­hen­de Referendar*in wirst du dich früher oder später mit dem Thema Krankenversicherung beschäf­ti­gen. Dabei stellt sich neben der Frage, ob gesetz­li­che Krankenkasse oder private Krankenversicherung, vor allem auch die Frage, was eine private Krankenversicherung im Referendariat über­haupt kostet.

Bevor du tat­säch­lich ins Ref ein­steigst, hast du das Privileg, dass du dich zwi­schen gesetz­li­cher Krankenkasse und pri­va­ter Krankenversicherung ent­schei­den kannst.

Bevor wir uns mit der pri­va­ten Krankenversicherung beschäf­ti­gen, gehe ich ganz kurz auf die gesetz­li­che Krankenkasse ein:

In einer gesetz­li­chen Krankenkasse trägst du die Kosten immer allein und der Beitrag ist immer pro­zen­tu­al von deinem Einkommen abhän­gig. Das bedeu­tet, dass dein Beitrag steigt, sobald du mehr ver­dienst. Wenn du im Ref um die 1500€ Brutto ver­dienst, zahlst du für die gesetz­li­che Krankenkasse monat­lich ca. 280–320 €. Das ist im Referendariat natür­lich ein ziem­lich hoher Beitrag. 

Es gibt aber eine gute Nachricht:

Als kom­men­der Beamter*in hast du Anspruch auf Beihilfe. Das bedeu­tet, dass du zwi­schen 50 – 80 Prozent deiner Arztrechnungen von deinem Dienstherrn bezahlt bekommst. Für die ver­blei­ben­den 20 – 50 Prozent kommt jetzt die private Krankenversicherung ins Spiel und diese wird, im Gegensatz zur gesetz­li­chen Krankenkasse, einkommens­unabhängig berechnet.

Daher kommst du bei diesem Modell damit deut­lich güns­ti­ger weg als bei der gesetz­li­chen Krankenkasse ohne Beihilfe.

Aber wie wird der Beitrag zur pri­va­ten Krankenversicherung jetzt bestimmt?

Der Beitrag richtet sich erstmal nach deinem Eintrittsalter. Je jünger du beim Einstieg ins Ref (und somit auch in die private Krankenversicherung) bist, desto güns­ti­ger ist dein monat­li­cher Beitrag.

Des Weiteren richtet sich dein Beitrag nach den Leistungen, die deine private Krankenversicherung absi­chern soll.Bei den Leistungen gibt es zwi­schen den ein­zel­nen Versicherungsgesellschaften ziem­lich große Unterschiede. Manche Gesellschaften sichern dir so gut wie alles ab, andere sichern dir hin­ge­gen nur sehr wenig ab. Das spie­gelt sich natür­lich im Beitrag wider. Wenn du dir ein neues Smartphone kaufst, kostet das mit 256 GB Speicherplatz schließ­lich auch mehr als ein Handy mit nur 64 GB. Zusätzlich zu den ange­bo­te­nen Standardtarifen für Referendar*innen, kannst du dann selbst noch ein paar Leistungen mit dazu buchen, die dir viel­leicht beson­ders wichtig sind (z.B. dass Kuraufenthalte bezahlt werden sollen).

Je mehr Leistungen du dazu buchst, desto höher ist logi­scher­wei­se auch dein monat­li­cher Beitrag. Dein indi­vi­du­el­ler Beitrag ist außer­dem noch von deinem Gesundheitszustand bzw. deiner Krankheitshistorie abgän­gig. Aufgrund deines per­sön­li­chen Gesundheitszustands ent­schei­det eine private Krankenversicherung, zu welchen Konditionen bzw. ob Sie dich über­haupt ver­si­chern möchte. Um das zu über­prü­fen, musst du vor Vertragsabschluss einige Fragen zu deinem Gesundheitszustand beant­wor­ten. Diese müssen feh­ler­frei und lücken­los sein. Wenn du das gemacht hast, ent­schei­det die Versicherungsgesellschaft, ob sie bereit ist, dich zu ver­si­chern und wenn ja, zu welchem Beitrag. Hast du viel­leicht eine chro­ni­sche Erkrankung oder du warst in den letzten Jahren sehr oft beim Arzt, dann wird eine Versicherungsgesellschaft oftmals einen soge­nann­ten Risikozuschlag ver­lan­gen. Das heißt, dass du einen Aufschlag auf den nor­ma­len Beitrag für die private Krankenversicherung zahlst. Beiträge in einer pri­va­ten Krankenversicherung sind nämlich immer so kal­ku­liert, dass die Einnahmen die zu erwar­ten­den Ausgaben im Zusammenhang mit den Versicherungsleistungen decken. Das wird auch Äquivalenz Prinzip genannt. Wenn du aber auf­grund deiner per­sön­li­chen Gesundheitshistorie beson­de­re Risiken auf­weist, die für eine Versicherungsgesellschaft Mehrausgaben im Vergleich zu den anderen Versicherten erwar­ten lässt, führt dies zu einem Risikozuschlag und du zahlst, wie oben schon gesagt, einen Aufschlag. Neben einem Risikozuschlag können aber auch bestimm­te Leistungen aus­ge­schlos­sen werden. Diese Lösung wird oft als Alternative zum Risikozuschlag geboten. 

Wie hoch ein Risikozuschlag aus­fällt, hängt von der jewei­li­gen Versicherungsgesellschaft sowie von der gesund­heit­li­chen Vorgeschichte ab. Risikozuschläge in Höhe von 10–20 % sind aber durch­aus möglich. Auch bei „gän­gi­gen Leiden“ werden bereits höhere Beiträge erhoben

Üblich ist ein Beitragszuschlag zum Beispiel schon bei:

  • Allergien jeg­li­cher Art
  • Rückenbeschwerden
  • Knieprobleme
  • psy­chi­schen Problemen
  • Sehstörungen.

Deswegen ist es extrem wichtig, dass du vorab eine sog. Risikovoranfrage bei Versicherungsgesellschaften stellst. 

Denn durch eine Risikovoranfrage checkst du prak­tisch vorher ab, wie eine Versicherungsgesellschaft über einen Antrag ent­schei­den würden – ohne bereits einen Antrag zu stellen. So weißt du im Vorhinein, welche Gesellschaft dich zu welchen Konditionen ver­si­chern würde und bekommst dann ein kon­kre­tes, auf dich und deiner Situation zuge­schnit­te­nes Angebot.

Fazit:

Du siehst, dass man nicht pau­schal sagen kann, wie viel die private Krankenversicherung im Referendariat kostet. 

Fall auch nicht auf „Lockangebote“ herein, wo du gesagt bekommst ab 43,87 € mtl. bekommst du deine private Krankenversicherung im Ref. Natürlich stimmt das, dass du die private Krankenversicherung ab diesem Beitrag bekommst. Das ist aber genauso wie „Lockangebote“ in irgend­wel­chen Reiseprospekten. Wenn du 2 Sachen änderst, dann hast du den „wahren Preis“ und dieser sieht immer ganz anders aus.

Jeder Beitrag in einer pri­va­ten Krankenversicherung ist kom­plett indi­vi­du­ell zu sehen. So kannst du und dein Freund/Freundin beide mit den glei­chen Leistungen bei einer PKV abge­si­chert sein, doch du zahlst 15 € mehr. Das kann dann unter anderem daran liegen, dass du älter bist oder einen Risikozuschlag bekom­men hast.

Preise kann man unter­ein­an­der nicht ver­glei­chen, wenn man nicht alle rele­van­ten Fakten und Vertragsinhalte kennt.

Was du dir aber merken kannst: In der pri­va­ten Krankenversicherung zahlst du als Referendar*in deut­lich weniger als in der gesetz­li­chen Krankenversicherung, bekommst dafür aber deut­lich bessere Leistungen.

Um für dich die beste Entscheidung zu treffen, soll­test du dich vor dem Ref von jeman­den beraten lassen, der alle pri­va­ten Krankenversicherungen mit­ein­an­der ver­glei­chen kann und gemein­sam mit dir das beste Angebot her­aus­sucht. Dabei kannst du selbst bestim­men, was für dich im Fokus steht:

Der Preis, oder die Leistung.

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